... wenn man knapp 70 Minuten Film über mehrere Tage verteilen muss, weil es einfach nicht anders geht, ohne dass man psychischen Schaden nimmt. Albert Pyuns "Invasion - Angriff der Körperfresser" ist so ein Film. Der Titel stammt natürlich vom deutschen Verleih, im Original heißt das Ding einfach nur "Infection". Trash-Visionär Pyun ("Nemesis", "Cyborg", "Omega Doom" usw.) hat den Großteil des "Films" ohne Schnitt gedreht. Das bedeutet, man sieht 63 Minuten nichts anderes als die Aufzeichnung einer US-Streifenwagenkamera. Im Dunkeln. In der Pampa. Ohne Action. Ohne Budget. Ohne Spaß. Als Experiment will ich das bisher Gesehene (knapp 25 Minuten) ja gerade noch durchgehen lassen. Aber mit einem echten Film hat "Invasion" eigentlich nichts zu tun.
Meine Besprechung des Streifens sollte eigentlich schon längst fertig sein, doch wie gesagt brauche ich dafür wohl mehrere Anläufe. Also: Mehr dazu zu gegebener Zeit!
Film-Reviews ohne Rücksicht auf Verluste und Anspruch: Angesehen wird (fast) alles - von Trash bis Mainstream. Ganz nach dem Motto "Gut ist, was mir gefällt". Die hier geäußerten Kommentare sind rein privater Natur und entsprechen nicht der Meinung von GamePro oder dem IDG Verlag.
Montag, Oktober 26, 2009
Freitag, Oktober 09, 2009
The House of the Dead: Overkill
Wozu Erkältungen doch gut sein können: Aus purer Langeweile habe ich Segas Lightgun-Shooter "The House of the Dead: Overkill" in die Wii geschoben und es tatsächlich endlich mal durchgespielt. Keine Angst, das soll jetzt kein verkappter Spieletest werden. Vielmehr ist mir was aufgefallen, je länger ich das Ding gespielt habe. Nein, nicht dass die Grafik scheisse ist. Das ist ja so gewollt ... Grindhouse-Look und so. Es ist auch nicht der inflationäre Gebrauch der Worte "fuck" oder "motherfucker". Ebensowenig, dass eine Wiimote selbst mit Plastikpistolen-Aufsatz kein vollwertiger Lightgun-Ersatz ist. Nein, was mir aufgefallen ist, hat tatsächlich was mit Uwe Boll zu tun.
Des Docs erste Spieleverfilmung war ja bekanntermaßen der ziemlich miese "House of the Dead". Alle Welt hat sich damals aufgeregt, dass der Film rein gar nichts mit der Vorlage zu tun hätte, und einfach nur ein beschissenes Stück Scheisse sei. Einschließlich mir. Und Sega. Aber was tut Sega? Die geben bei nem eher unbekannten Entwickler ein neues Spiel zur "traditionsreichen" Shooter-Reihe in Auftrag, und heraus kommt die Videospiel-Entsprechung zu Bolls Film! "The House of the Dead: Overkill" hat nichts, aber auch gar nichts mit der ursprünglichen Serie zu tun. Vielmehr haben die Entwickler versucht, Robert Rodriguez' Möchtegern-Trash-Hommage "Planet Terror" zu kopieren. Das haben sie zwar geschafft (sogar inklusive eines Missing Reels, Fake-Trailern und Intermissions), doch heraus kam letztendlich wie bei Rodriguez' und Bolls Filmen ein Stück Scheisse. Dass dieses Stück Scheisse Spaß macht, liegt daran, dass man abseits der beschissenen Dialoge, der hanebüchenen Story und der geschmacklosen Einfälle damit beschäftigt ist, per Wiimote-Fadenkreuz Zombies abzuknallen.
Was will ich damit sagen? Nun, ich halte "The House of the Dead: Overkill" für ein extrem spaßiges Spielchen. Hätte man 1:1 einen Film aus der Story gestrickt, wäre das aber ein Reinfall geworden. Im Umkehrschluss bedeutet das, hätte man bei Bolls "House of the Dead" ein Fadenkreuz gesteuert, wäre aus dem Reinfall eventuell ein extrem spaßiges Spielchen geworden. Storytechnisch nehmen sich Spiel und Film nämlich gar nichts. Okay, das Drehbuch zum Bollwerk ist vielleicht ein wenig anspruchsvoller als Segas Shooter.
Was hat mich jetzt zu dieser Abhandlung bewegt? Keine Ahnung. Erkältung ... Fieber ... zuhause rumhocken ...
Des Docs erste Spieleverfilmung war ja bekanntermaßen der ziemlich miese "House of the Dead". Alle Welt hat sich damals aufgeregt, dass der Film rein gar nichts mit der Vorlage zu tun hätte, und einfach nur ein beschissenes Stück Scheisse sei. Einschließlich mir. Und Sega. Aber was tut Sega? Die geben bei nem eher unbekannten Entwickler ein neues Spiel zur "traditionsreichen" Shooter-Reihe in Auftrag, und heraus kommt die Videospiel-Entsprechung zu Bolls Film! "The House of the Dead: Overkill" hat nichts, aber auch gar nichts mit der ursprünglichen Serie zu tun. Vielmehr haben die Entwickler versucht, Robert Rodriguez' Möchtegern-Trash-Hommage "Planet Terror" zu kopieren. Das haben sie zwar geschafft (sogar inklusive eines Missing Reels, Fake-Trailern und Intermissions), doch heraus kam letztendlich wie bei Rodriguez' und Bolls Filmen ein Stück Scheisse. Dass dieses Stück Scheisse Spaß macht, liegt daran, dass man abseits der beschissenen Dialoge, der hanebüchenen Story und der geschmacklosen Einfälle damit beschäftigt ist, per Wiimote-Fadenkreuz Zombies abzuknallen.
Was will ich damit sagen? Nun, ich halte "The House of the Dead: Overkill" für ein extrem spaßiges Spielchen. Hätte man 1:1 einen Film aus der Story gestrickt, wäre das aber ein Reinfall geworden. Im Umkehrschluss bedeutet das, hätte man bei Bolls "House of the Dead" ein Fadenkreuz gesteuert, wäre aus dem Reinfall eventuell ein extrem spaßiges Spielchen geworden. Storytechnisch nehmen sich Spiel und Film nämlich gar nichts. Okay, das Drehbuch zum Bollwerk ist vielleicht ein wenig anspruchsvoller als Segas Shooter.
Was hat mich jetzt zu dieser Abhandlung bewegt? Keine Ahnung. Erkältung ... Fieber ... zuhause rumhocken ...
Freitag, Oktober 02, 2009
Wiesn - wasn Scheiss!
Auch mit dem siebten Besuch des Oktoberfests erschließt sich mir nicht die Faszination dieses Massenbesäufnisses. Diesmal habe ich mich in Rekordzeit verdrückt, weil ich es einfach nicht in dem verdammten Zelt ausgehalten habe. Das ist purer Horror. Der gesunde Menschenverstand verbietet es einfach, sich längere Zeit zwischen den Besoffenen, die zu furchtbarer "Musik" auf den Tischen tanzen, herumzudrücken. Die lieben Kollegen sagen zwar, dass es nach ein bis zwei Maß schon erträglicher wird, aber das ist doch genau der Punkt: Ich will mich nicht besaufen müssen, um diese Hölle "erträglich" zu finden. Die aufgesetzte, alkoholisierte Fröhlichkeit der ganzen Bierbanktänzer und Schunkler kotzt mich einfach an. Außerdem mag ich Bier nicht mal sonderlich. Bestelle ich ein Radler, ernte ich blöde Blicke. Nicht auszudenken, was wohl passieren würde, wenn ich ein Spezi bestelle!
Dieser Zwang zum Alkoholkonsum, der Jahr für Jahr betrieben wird, ist echt beängstigend. Warum reisen Menschen aus aller Welt an, um sich diesen Wahnsinn zu geben? Dazu kommen die Betrunkenen, die schon am frühen Nachmittag durch die Fußgängerzone torkeln und ihren Mageninhalt gerne mal mitten auf die Straße entleeren. Bierfahne am Arbeitsplatz? Kündigungsgrund? Nicht in Bayern: Passt schon, immerhin ist ja Wiesn ... a Riesengaudi! "Killerspiele" gehören verboten, aber dieses kollektive Besäufnis ist halt ein Stück Kulturgut.
Dieser Zwang zum Alkoholkonsum, der Jahr für Jahr betrieben wird, ist echt beängstigend. Warum reisen Menschen aus aller Welt an, um sich diesen Wahnsinn zu geben? Dazu kommen die Betrunkenen, die schon am frühen Nachmittag durch die Fußgängerzone torkeln und ihren Mageninhalt gerne mal mitten auf die Straße entleeren. Bierfahne am Arbeitsplatz? Kündigungsgrund? Nicht in Bayern: Passt schon, immerhin ist ja Wiesn ... a Riesengaudi! "Killerspiele" gehören verboten, aber dieses kollektive Besäufnis ist halt ein Stück Kulturgut.
Dienstag, September 29, 2009
Aktuelle Indizierungen: Wolverine ist strafrechtlich relevant
Wow, das ist hart: Die BPjM hat die HD-Konsolen-Versionen von "X-Men Origins: Wolverine" auf Liste B indiziert. Das bedeutet, dass das Spiel nach der Indizierung direkt an die zuständige Staatsanwaltschaft ging. Sicher, irgendwie habe ich das erwartet - schließlich schnetzelt sich Logan ohne Rücksicht auf Verluste bzw. die Körperteile seiner Gegner durch das Spiel. Allerdings finde ich "Wolverine" jetzt nicht wirklich menschenverachtender als Activisions Splatter-Orgie "Prototype", die diesen Monat nur auf Liste A (normale Indizierung ohne weitere Folgen) gelandet ist.
Ebenfalls lustig: Mit "The Bourne Conspiracy" hat man ein Spiel indiziert, das in den USA ein Teen-Rating (frei ab 13 Jahre) bekommen hat. Und wirklich hart ist das Ding in der Uncut-Fassung auch gar nicht. Die Unterschiede zur deutschen Version (USK 18) sind marginal: kleine Blutspritzer, Geräusche brechender Knochen.
Es gibt aber auch erfreuliches zu berichten: "Freitag, der 13." Teil 2, 5, 6, 7 und 8 sind runter vom Index. Hier im Müller hatte man die DVDs schon am Wochenende von "unter der Ladentheke" in die frei zugänglichen Regale geräumt. Was mit den übrigen Teilen ist? Der erste "Freitag" wurde schon vor einiger Zeit folgeindiziert, Teil 3 und 4 sind in Deutschland beschlagnahmt, das heißt strafrechtlich relevant und automatisch weiterhin indiziert.
Was mich ganz besonders freut: Die Listenstreichung von "American Fighter 2". Wurde auch mal Zeit, dass der beste Teil der Reihe wieder frei zugänglich wird. Bei einer Neuprüfung durch die FSK rechne ich ehrlich gesagt mit einer 16er-Freigabe. Da wird zwar viel gekillt und geschlitzt, explizit zu sehen ist aber nichts. Der Film ist hirnlos und billig runtergekurbelt, macht aber durch die coolen Sprüche und vor allem das Hauptdarstellerduo Michael Dudikoff/ Steve James einen Heidenspaß!
Die komplette Liste der Neuindizierungen im September gibt's HIER.
Ebenfalls lustig: Mit "The Bourne Conspiracy" hat man ein Spiel indiziert, das in den USA ein Teen-Rating (frei ab 13 Jahre) bekommen hat. Und wirklich hart ist das Ding in der Uncut-Fassung auch gar nicht. Die Unterschiede zur deutschen Version (USK 18) sind marginal: kleine Blutspritzer, Geräusche brechender Knochen.
Es gibt aber auch erfreuliches zu berichten: "Freitag, der 13." Teil 2, 5, 6, 7 und 8 sind runter vom Index. Hier im Müller hatte man die DVDs schon am Wochenende von "unter der Ladentheke" in die frei zugänglichen Regale geräumt. Was mit den übrigen Teilen ist? Der erste "Freitag" wurde schon vor einiger Zeit folgeindiziert, Teil 3 und 4 sind in Deutschland beschlagnahmt, das heißt strafrechtlich relevant und automatisch weiterhin indiziert.
Was mich ganz besonders freut: Die Listenstreichung von "American Fighter 2". Wurde auch mal Zeit, dass der beste Teil der Reihe wieder frei zugänglich wird. Bei einer Neuprüfung durch die FSK rechne ich ehrlich gesagt mit einer 16er-Freigabe. Da wird zwar viel gekillt und geschlitzt, explizit zu sehen ist aber nichts. Der Film ist hirnlos und billig runtergekurbelt, macht aber durch die coolen Sprüche und vor allem das Hauptdarstellerduo Michael Dudikoff/ Steve James einen Heidenspaß!
Die komplette Liste der Neuindizierungen im September gibt's HIER.
Sonntag, September 27, 2009
Crank 2: Werde ich im Alter zu weich?
Gerade bot sich eine gute Gelegenheit, den Blog mal aufzutauen. Universum Film wollte gerne eine Besprechung zu "Crank 2" in der GamePro. Ein Rezensionsexemplar lag schnell in der Post. Als ich mir die Blu-ray ansah, hatte ich ziemlichen Spaß mit dem Film. Dann, als es ans Schreiben der Kurzbesprechung ging (sorry, 3 Kurzbesprechungen auf nicht mal einer halben Seite im Heft sind einfach scheisse ... so, jetzt hab ichs gesagt), schaltete sich mein Gewissen ein. Konnte ich das Ding allen Ernstes in einem Heft empfehlen, das auch von Kindern gelesen wird? Meine erste Reaktion war: "Nanu? Gewissen, was willst du denn? All die Jahre bleibst du schön im Hintergrund, und jetzt funkst du mir dazwischen?" Doch ich muss sagen, "Crank 2" ist ganz schön heftig. Die Weigerung der FSK, dem ungeschnittenen Film eine Freigabe zu verpassen, kann ich durchaus nachvollziehen. Einen so menschenverachtenden Streifen, der eigentlich gute Laune verbreiten will, habe ich seit "Bad Boys 2" nicht mehr gesehen. Und der war tatsächlich harmlos gegen das, was "Crank" an herausquillenden Eingeweiden, absurden Situationen und Minderheitenwitzen auffährt.Jetzt habe ich mich tatsächlich dazu entschieden, den Film nicht im Heft zu erwähnen. Solche Skrupel hatte ich vorher eigentlich nie. Selbst beim Test zu Rockstars berüchtigtem "Manhunt" nicht.
Ist das der Anfang vom Ende?
"Crank 2" führt den Vorgänger konsequent fort: Entsprechend des Storytwists, dass Chev Chelios (Jason Statham) den Sturz aus dem Hubschrauber am Ende des ersten Teils tatsächlich überlebte, wird alles noch zwei Spuren abgefahrener inszeniert. Chelios wird als Organlager missbraucht, weil ein Triaden-Obermotz (David Carradine in einer seiner letzten Rollen) unbedingt das stärkste Herz der Welt, das sogar dem gefürchteten Synthetikgift widerstand, in seiner Brust haben will. Um Chelios weiter am Leben zu halten, pflanzt man ihm ein Kunstherz ein. Doch Chev ist wieder voll da, als die Organhändler in seinem Beisein über die nächste Transplantation reden: Sie wollen Chevs Gemächt! Das geht entschieden zu weit, also macht er alle platt und begibt sich auf die Suche nach seinem Herzen. Die Akkus der Kunstpumpe muss er allerdings regelmäßig aufladen, was zu unheimlichen Begegnungen mit Autobatterien, Verteilerkästen und einer Hochspannungsleitung führt.
Der Film ist genauso hyperaktiv wie sein Vorgänger, schafft es sogar, mit Einlagen wie dem Godzilla-Kampf, in dem sich Chev und sein Gegner (stilecht in billige Gummikostüme gezwängt) inmitten einer Miniaturlandschaft die Qualle aus dem Drömel hauen. Diese wunderbare Leichtigkeit wird aber von einigen wirklich heftigen Gewaltausbrüchen begleitet, die so nicht unbedingt hätten sein müssen. Als Beispiele möchte ich die Schießerei in einem fahrenden Auto erwähnen, bei der dem Fahrer plötzlich die Eingeweide aus dem Bauch quillen, oder auch die Szene, in der sich ein Handlanger aus Respekt vor dem Boss selbst die Brustwarzen abschneidet. Solche Sachen sind mir ein wenig zu heftig, und sie passen einfach nicht richtig in den Film. Völlig daneben sind die scheinbar komisch gemeinten Szenen mit einem am Tourettesyndrom leidenden Helfer Chevs. Lachen konnte ich darüber nicht. Natürlich kann man selbst solche Sachen in einem Film komisch wirken lassen, den Machern von "Crank 2" fehlt dazu aber scheinbar das Gespür.
Fazit: Größtenteils gelungene, konsequente Fortsetzung, die aber in einigen Szenen schlicht versagt. Kann man sich trotzdem anschauen.
Wertung: 3,5 von 5
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