Donnerstag, August 16, 2007

Rush Hour 3

Mannomann, ich bin im Moment ganz schön rückständig, was Kino angeht. Da wollte ich mir heute abend "Fantastic Four 2" ansehen, und was sehe ich auf der Programmtafel? "Rush Hour 3" läuft auch schon. Ist völlig an mir vorbeigegangen. Kurz überlegt, welchen Film ich mir nun reinziehe (für beide hintereinander war's leider schon zu spät), dann fiel meine Wahl auf "Fantastic Four". Nein, Quatsch. Dann würde in der Überschrift ja nicht "Rush Hour" stehen! Ich fasse mich kurz: Es ist spät, und "Half Past Dead 2" wartet darauf, noch schnell in den DVD-Player geschmissen zu werden.

Ich bin mit gemischten Gefühlen an die Sache rangegangen: Teil 1 fand ich damals richtig gut, Teil 2 hingegen hat mich mit müden Witzchen und fader Story ziemlich kalt gelassen. Tja, der dritte Einsatz von Jackie Chan und Chris Tucker schaltet in Sachen Drehbuch nochmal einen Gang runter. Das Script ist eigentlich nur eine müde Entschuldigung für die (gelungenen) Action-Szenen und jede Menge Klamauk. Ich würde sogar sagen, die dünne Story mit den Triaden in Paris hat man nur an den Haaren herbeigezogen, um ein fulminantes Finale auf dem Eiffelturm drehen zu können. Trotzdem wurde ich diesmal prächtig unterhalten! Im Gegensatz zu anderen Blockbustern wie etwa "Transformers" nimmt sich der Film zu keiner Zeit ernst und versucht auch nicht mehr zu sein als das, was er letztendlich ist: eine ziemlich sinnfreie Buddy-Komödie, die alleine von ihren Hauptdarstellern lebt.

Wie zu erwarten war, wird der Fan mit einer Hand voll cooler Kampfszenen und Actionsequenzen zufrieden gestellt, die zwar nicht die Güte von Chans Hongkong-Krachern erreichen, aber dennoch auf der großen Leinwand einiges hermachen. Die Gags gehen zu einem recht großen Teil auf Kosten der Franzosen (hehe, ein Film, der die Froschfresser verarscht, bekommt jedenfalls schonmal einen Sympathie-Pluspunkt von mir) und ließen mich einige Male richtig laut lachen, was mir dieses Jahr im Kino bislang noch nicht vergönnt war (ja, ich habe "Die Simpsons" gesehen!).


Fazit: Launige Action-Komödie, die zwar eher Fastfood als gute Hausmannskost ist, aber zumindest für einen Kinobesuch überraschend gut unterhält.


Wertung: 3,5 von 5

Samstag, August 04, 2007

Besser spät als nie: Transformers

Wow, ich hätte nicht gedacht, dass das Stück, das ich in L.A. verpennt habe, solche Auswirkungen auf das Gesamtwerk haben könnte. Wie bereits geschrieben fehlte mir ein von der Länge her nicht zu verachtendes Stück aus dem Mittelteil. Aus dem US-Kino hatte ich einen relativ flotten Actionkracher in Erinnerung, der zwar stellenweise mit müden Gags aufwartet (etwa das Telefongespräch bei der Belagerung durch Scorponok), aber alles in allem richtig schön unterhält. Ich schreibe jetzt keine richtige Review (davon gibt's ja mittlerweile genug im Netz), sondern versuche einfach mal, meine Eindrücke nach dem zweiten Mal Ansehen in Worte zu fassen.

Tja ... wie gesagt ... es ist unglaublich, wieviel die fehlenden Minuten meiner Meinung nach ausmachen. Und den Film letztlich gewaltig runterziehen. Wie sich herausstellte, habe ich komplett verschlafen, wie Michael Bay die Transformers für miese Comedy-Einlagen in Sams Garten verstecken spielen lässt. Und wie ein trottelig-penetranter Geheimdienstler für allerlei "heitere" Späße bei der Verhaftung von Sams Familie sorgt. Und wie Bumblebee ihn schließlich vollpinkelt. Haha. Ich krieg mich nicht ein vor Lachen! Das ist ja alles so super-lustig, passt hervorragend zum Rest des Films und wirkt zu keiner Zeit aufgesetzt. Argh! Wenn Michael Bay als Regisseur etwas beherrscht, dann bombastische Krachbumm-Action. Wenn er etwas nicht beherrscht, dann sind das komische, in Slapstick ausufernde Elemente. Hat er wunderbar bei "Bad Boys 2" vorgeführt: Action top, Komik flopp! Es kann ja sein, dass "Transformers" für das Kinder-Publikum ein entschärfendes Element gegenüber der teilweise doch recht happigen Action brauchte. Warum dann aber gleich mit dem Holzhammer kommen und Szenen einbauen, die absolut nicht zum Rest des Films passen?
Was mir ebenfalls negativ aufgefallen ist, sind die erschreckend blassen Decepticons. Bumblebee, Optimus Prime und der Rest der Autobots werden wenigstens kurz vorgestellt und haben eine gewisse Screentime, während Megatron und der Rest der bösen Decepticons einfach nur da sind, wenn sie für Rabatz gebraucht werden. Das ist vor allem in Anbetracht der wunderbaren Cartoon-Vorlage schade. In der Serie aus den 80ern waren zwar die Stories größtenteils für den Allerwertesten, aber die Roboter hatten etwas, was ihren computergenerierten Kino-Pendants fehlt: Charakter. Das ist etwas, was ich wahrscheinlich nie verstehen werde: Wenn ich schon einen Film mache, der auf einer Spielzeugreihe basiert, in der es um verwandelbare, schwer bewaffnete Roboter geht, warum muss ich dann einen Menschen und seine Liebesprobleme in den Mittelpunkt rücken? Als Kinogänger, der Eintritt bezahlt, erwarte ich doch genau ersteres: schwer bewaffnete Roboter, die sich die Schaltkreise aus den Stahlhelmen prügeln. Da scheiss ich was auf den blöden Teenie.

Im Prinzip reicht es bei "Transformers" vollkommen, sich den Anfang in der Wüste, die Ankunft der Autobots und das episch ausgewalzte Finale anzusehen. Alles dazwischen kann man getrost in den Müll werfen. Ach ja: Der mit den Worten "One shall stand and one shall fall" eingeleitete Zweikampf zwischen Optimus und Megatron ist ein schlechter Witz. Das hätte man dramatischer und epischer rüberbringen können, Mr. Bay. Genau auf diesen Zweikampf warten echte Transformers-Fans nämlich den ganzen Film über, nur um dann von einem halbherzigen Gerangel enttäuscht zu werden, bei dem der Hauptfokus wieder einmal auf dem langweiligen Teenie liegt. Ach, Scheisse! Der Film hätte so geil sein können!

Fazit: Furiose Action und tolle Effekte. Eine enttäuschende Story und miese Comedy-Einlagen ziehen den Film aber gewaltig runter.

Wertung: (schweren Herzens) 2,5 von 5

Montag, Juli 23, 2007

Transformers, 11 Stunden Flug, Jack und Coke ...

Eigentlich wollte ich vor knapp 2 Wochen schon eine Review zu "Transformers" verfasst haben. Warum nicht? Nun, gesehen habe ich den Film in L.A. schon ... jedenfalls zu etwa 3/4. Wie das nunmal so ist, hat sich der Nerd in mir nämlich nach 11 Stunden Flug, 1 1/2 Stunden Immigration, ein paar Bier, einem Abendessen mit noch ein paar Bier und schließlich noch einem Treffen mit den Herren Jack und Coke dazu entschieden, den Film unbedingt am ersten Abend sehen zu müssen. "Das schaff ich schon. Bin doch noch fit!" Nunja. Also bin ich mutig in die Spätvorstellung gegangen - und irgendwann eingeschlafen. Mir fehlt ein ganzes Stück vom Mittelteil und einige kleinere Häppchen danach. Beim unglaublich geilen Finale war ich dann allerdings wieder hellwach.
Warum ich in der Woche L.A. nicht nochmal reingegangen bin? Keine Ahnung. Wollte mir auch "Fantastic Four 2" ansehen, der wurde dann aber wegen "Harry Potter" aus dem Programm geschmissen. Und in die deutsche Pressevorführung hab ich's auch nicht mehr geschafft. Naja, jetzt habe ich jedenfalls erstmal Urlaub. Das heißt, jede Menge Zeit für Kino. Und natürlich meinen neuen 107-cm-Full-HD-Fernseher. Werd ich mir "Transformers" eben wie der Rest Deutschlands erst am 1. August komplett anschauen.

By the way: 111. Posting!

Donnerstag, Juli 05, 2007

More than meets the Eye?

Voraussichtlich übermorgen werd ich mir in LA "Transformers" reinziehen, während der Rest Deutschlands noch bis zum 2. August warten muss. Als kleinen Appetizer gibt's hier ein cooles Video, das eindrucksvoll beweist, dass für den Film eigentlich gar keine Computereffekte nötig wären. Viel Spaß! ;-)


Video präsentiert von unf-unf.de

Sonntag, Juli 01, 2007

Highlander - The Search for Vengeance

Wie jetzt? Schon wieder ein neuer "Highlander"? Produzieren die am Fließband? Naja, nicht ganz. Bei "Search for Vengeance" handelt es sich nicht um einen Realfilm, sondern einen Anime von den Machern des fantastischen "Ninja Scroll". Die "Highlander"-Produzenten Davis und Panzer beauftragten die Firma Imagi ("Teenage Mutant Ninja Turtles") damit, einen Zeichentrickfilm um die Unsterblichen auf die Beine zu stellen. Zum Glück wird nicht etwa der geniale erste Film der Reihe noch einmal erzählt, sondern man dachte sich neue Figuren aus, die im "Highlander"-Universum gegeneinander antreten. Der Film hält sich zwar an die etablierten Regeln, nimmt aber keinen Bezug auf Connor, Duncan oder sonstige Figuren der Spielfilme und Serien.

Nach einer etwas irreführenden Einleitung mit einer Schlacht in den schottischen Highlands und einer Begräbniszeremonie werden wir Zeuge, wie Colin MacLeod sich in der (nicht allzu fernen?) Zukunft mit einer New Yorker Gang anlegt. Der Anführer entpuppt sich als Unsterblicher und attackiert den Katana schwingenden Colin mit einer Kettensäge. Klar, dass Colin den Kampf für sich entscheiden kann - wir sind ja noch am Anfang des Films - und das Quickening über sich ergehen lässt. Bei der Polizei will er sich das Kopfgeld für den Typen abholen, wird aber in einen weiteren Kampf verwickelt und schließt sich wider Willen einer Untergrundorganisation an, die Marcus, dem unbarmherzigen Herrscher der Stadt, den Krieg erklärt hat. Die Rebellen beschuldigen den Despoten, die Arznei für eine mysteriöse Seuche zurückzuhalten, die den Großteil der Bevölkerung New Yorks befallen hat. Zunächst will Colin nichts mit den Leuten zu tun haben. Er ist fest entschlossen, sich Marcus alleine vorzuknöpfen. In einer Rückblende sehen wir auch bald, warum: Bei einer Schlacht zwischen Kelten und Römern sind sich Marcus und Colin das erste Mal begegnet. Colin wurde von seiner Verlobten vergiftet, die so versuchte, ihr Volk vor dem sicheren Untergang durch die überlegenen Truppen des Römischen Reiches zu bewahren. Marcus Octavius, der unsterbliche Anführer der Römer, hinterging sie allerdings und ließ sie auf einem Hügel kreuzigen, von dem aus sie gezwungen war, der Schlacht beizuwohnen. Colin kam ins Leben zurück, musste mit ansehen, wie seine Geliebte in seinen Armen verstarb, und schwor blutige Rache. Doch der blindwütige Vorstoß ins Römerlager endete in einer Niederlage. Colin konnte sich gerade noch auf heiligen Boden retten. Wie wir in weiteren Rückblenden erfahren, konfrontierte Colin seinen Erzfeind über die Jahrhunderte immer und immer wieder - ohne Erfolg. Ein ums andere Mal entging er dem Tod nur durch unglaubliches Glück. In der Zukunft will er nun endlich reinen Tisch machen. Nachdem er sich den Rebellen doch noch anschließt, kommt es zu einer Anime-typischen Endzeit-Schlacht: Riesige Panzer fahren durch die Straßen, und Hochhäuser fallen nach Raketeneinschlägen in sich zusammen. Inmitten des Chaos stellt sich Colin seinem Widersacher zum alles entscheidenden Kampf.

Dünn ... verdammt dünn. Das beschreibt das Drehbuch wohl am besten. Ich will mich ja gar nicht weiter über die erzwungene Einführung des Namens MacLeod aufregen - den bekommt unser unsterblicher Held nämlich posthum nach der eingangs erwähnten Schlacht verliehen. Scheinbar braucht eine "Highlander"-Geschichte nach Meinung der Produzenten unbedingt einen MacLeod. Meinetwegen. Auch das Katana, ein weiteres Markenzeichen der Kinofilme und der Serie, greift er sich beiläufig in einer Rückblende und benutzt es anschließend bis in die Zukunft. Okay. Aber Colin ist ein Versager! Er verfolgt Marcus über die Jahrhunderte, stellt ihn immer wieder, wird von ihm gedemütigt und entkommt durch einen blöden Zufall. Also bitte! Mir ist klar, dass man Marcus als bösen Über-Feind aufbauen muss, aber so plump? Stattdessen hätte man sich vielleicht mehr auf die Hauptstory im Endzeit-Manhattan konzentrieren sollen. Einige interessante Ansätze wie die Seuche und Marcus' Privatarmee sind da, werden aber nicht besonders helle genutzt. Stattdessen bekommt man genau das zu sehen, was man auch in den Rückblenden ständig sieht: Colin konfrontiert ihn, wird besiegt, macht aber Stehaufmännchen-mäßig weiter. Auf Dauer ödet das ganz schön an. Noch dazu sind die Kämpfe nicht unbedingt spektakulär inszeniert. Gerade im Hinblick auf "Ninja Scroll" habe ich mir doch etwas mehr von dem Film erwartet.
Einen Trailer gibt's auf http://www.highlandersearchforvengeance.com/

Fazit: Inszenatorisch und künstlerisch ganz netter Versuch - leider hapert es gewaltig am Drehbuch!

Wertung: 2 von 5