Sonntag, Januar 27, 2013

The Last Stand

Nach einer beispiellosen Karriere als Actionheld, die in den 80er-Jahren begann, sagte Arnold Schwarzenegger dem Kino 2003 Lebwohl, um sich einer Karriere als Politiker zu widmen. Schwarzeneggers Abschied an die Fans hätte peinlicher nicht ausfallen können: Im Film »In 80 Tagen um die Welt« spielte er mit fürchterlicher Perücke eine noch schrecklichere Nebenrolle als türkischer Prinz. Nach seinen beiden Mini-Auftritten in Sylvester Stallones »The Expendables«-Filmen kehrt der Governator nun in einer Hauptrolle auf die Kinoleinwand zurück - und ist zumindest an den US-amerikanischen Kinokassen gewaltig baden gegangen. Mit knapp 6 Millionen US-Dollar Einspiel bei etwa 45 Millionen Produktionskosten ist »The Last Stand« ein handfester Flop, der selbst den Rohrkrepierer »Last Action Hero« dahin stellt, wo die Sonne nicht scheint. Das dürfte eine völlig neue Erfahrung für den österreicher Wahlamerikaner sein, dessen Ansehen unter der umstrittenen Politkarriere und privaten Skandalen ziemlich gelitten hat. Ist »The Last Stand« möglicherweise wirklich Schwarzeneggers letztes Gefecht als Actionheld, oder steckt in dem mittlerweile 65-jährigen Ex-Bodybuilder noch genug »Äkschn«, um Fans klassischer Kinokracher einen Abend lang bei Laune zu halten?

Der Plot von »The Last Stand« ist simpel: Der skrupellose mexikanische Drogenbaron Cortez entkommt während eines Gefangenentransports aus dem Gewahrsam des FBI und will sich in seine Heimat absetzen. Dazu heizt er in einer aufgemotzten Corvette ZR-1 wie »ein Wahnsinniger im Batmobil« mit 300 Stundenkilometern und der Polizei im Nacken von Las Vegas, Nevada ins verschlafene Grenzstädtchen Summerton Junction, Arizona. Dort bauen seine Handlanger eine Behelfsbrücke über einen Canyon, durch den die Grenze zwischen den USA und Mexiko verläuft. Auf dem Weg darf das PS-Monster zeigen, was es (zumindest auf der Leinwand) auf dem Kasten hat: Die Fiberglaskarosse der Corvette dient als Sprungschanze für schwere SWAT-SUVs, und der Sportwagen pflügt gar mit Höchstgeschwindigkeit durch ein Maisfeld. Cortez’ genial-irrsinniger Plan hat neben Tankstopps im Stundentakt, die man allerdings der Unterhaltung zuliebe unterschlägt, allerdings einen kleinen Makel: Der Drogenbaron rechnet nicht mit dem Sheriff der Stadt, der sich als zäher Gegner entpuppt. Zusammen mit seinen Deputys und einem durchgedrehten Waffennarr ist er entschlossen, die Bande nicht nach Mexiko entkommen zu lassen, sondern sie ohne Umwege zur Hölle zu schicken.

Es ist schon etwas seltsam, den einstigen Übermenschen Schwarzenegger als alternden Kleinstadtsheriff zu erleben, der einst ein großes Tier bei der Polizei von Los Angeles war, jetzt aber bloß seine Ruhe haben will und beim morgendlichen Besuch im Diner sogar Bemerkungen über seinen dicken Bauch macht. Doch abgesehen von den immer wieder eingestreuten (und irgendwann ziemlich nervigen) Hinweisen auf den angeblich eingerosteten Körper des Gesetzeshüters im Rentenalter, zeigt sich Schwarzenegger alles andere als reif für den Ruhestand: Arnie ballert, kämpft und hechtet über die Leinwand, als wäre er nie weg gewesen. Ist es unglaubwürdig, dass ein 65-Jähriger auf seinen Gegner zusprintet, mit ihm vom Dach des Gebäudes springt und im freien Fall sogar noch Zeit hat, dem Finsterling einen (in der deutschen Kinofassung entfernten) Kopfschuss zu verpassen? Nicht unbedingt - aber die Tatsache, dass er danach noch mehr als einen heilen Knochen im Leib hat und weiterkämpft als wäre nichts geschehen, dürfte für Freunde realistischer Autorenfilme schwer zu schlucken sein. Doch die sind Gott sei Dank nicht die Zielgruppe des Films. Arnold Schwarzenegger betätigt sich hier ganz in der Tradition eines comichaft überzeichneten Charles Bronson, der mit immerhin 64 Jahren zum Zeitpunkt von »Death Wish 3« (1985) gleich mit in die USA genommenauch nicht mehr ganz taufrisch war, als gut gereifter Action-Hero, für den es einfach zu früh ist, in Rente zu gehen.

Man kommt allerdings nicht umhin, die teils amateurhafte Schauspielkunst des alternden Schwarzenegger zu bemerken, die allzu deutlich unter der zehnjährigen Politpause des zu seinen Glanzzeiten schon nicht sonderlich begnadeten Actiondarstellers gelitten hat. Die Dialoge sind stellenweise ziemlich unsicher, der österreichische Akzent kommt (natürlich nur in der Originalversion) noch stärker zum Vorschein als früher. Doch das mag vielleicht gar nicht allein Arnies Schuld sein, denn »The Last Stand« markiert nicht nur Schwarzeneggers Rückkehr als Hauptdarsteller, sondern auch das englischsprachige Debüt des koreanischen Regisseurs Jee-woon Kim (»I saw the Devil«). Der Mann hat in seinem Heimatland tolle Arbeit geleistet, doch war möglicherweise mit dem Actionkracher etwas überfordert: Es ist nunmal kein Zuckerschlecken, Schauspieler zu führen und die Crew zu instruieren, wenn man nur bruchstückhaftes Englisch spricht. Zudem dürften ihm die Produzenten immer wieder dazwischengeredet haben - eine Erfahrung, die auch der chinesische Actiongott John Woo machen musste, als man ihn nach Hollywood holte. Immerhin Jee-woon Kim mit seinen Landsmännern Ji-yong Kim (Kameramann) und Mowg (Komponist) gleich zwei Teammitglieder mitgenommen, die bereits bei »Doomsday Book« (2012) für ihn arbeiteten. Der atmosphärische Soundtrack und die ruhige Kameraarbeit sind es neben den gut ausgearbeiteten Kampfszenen auch, die »The Last Stand« rein optisch von den hyperaktiven Actionstreifen unterscheiden, die seit »Die Bourne Identität« die Augen der Kinobesucher strapazieren.

Im Geiste ist Schwarzeneggers Comeback allerdings nicht mehr als eine der mehr oder minder kompetent heruntergekurbelten Videopremieren mit Dolph Lundgren, Jean-Claude van Damme oder Scott Adkins in den Hauptrollen, die Monat für Monat die Verkaufsregale der Elektronikmärkte überschwemmen. Das nicht mal im Nachhinein auf Arnold zugeschnittene oder mit markigen Sprüchen versehene Drehbuch ist voller Logiklücken, und das Budget ist sehr überschaubar (um es mal diplomatisch auszudrücken). Selbst die eigentlich guten Darsteller wie Oscarpreisträger Forest Whitaker (»Der letzte König von Schottland«, »Bloodsport«) und Luis Guzmán (»Traffic: Die Macht des Kartells«, »Mörderischer Tausch«) assoziiert man nicht unbedingt mit einem Actionkracher. Naja, und dann ist da noch Johnny Knoxville als Besitzer eines Waffenmuseums, der in einer Hommage an eine Figur aus Jee-woon Kims Kimchee-Western »The Good, the Bad and the Weird« (2008) ständig mit Fliegerhaube auf der Birne herumlaufen darf. Sind wir mal ehrlich: Knoxville ist nur gut, wenn ihm jemand Billardkugeln ins Gemächt schleudert, oder er mit der Jackass-Gang anderen Schabernack anstellt. Als Schauspieler will ihn niemand sehen - und genau das ist auch das Problem mit seiner Rolle in »The Last Stand«: Sobald Knoxville auftritt, wünscht man seiner nervigen Comedy-Relief-Figur geradezu einen schnellen Tod. Hauptsache, der Bursche taucht nicht mehr im Film auf!

Ich bin etwas unschlüssig, ob Arnies Comebackversuch nun gelungen ist, oder er sich vielleicht besser ein anderes Projekt für seine Rückkehr hätte aussuchen sollen. Klar, der Film ist bis auf leichte Durchhänger im Mittelteil sehr unterhaltsam, und es ist tatsächlich schön, Schwarzenegger nach all den Jahren wieder auf der Leinwand zu sehen - doch irgendwie will sich die Freude nach dem ersten Wiedersehen nicht halten: Wenn der beste Spruch »Ich bin der Sheriff!« lautet, und ihm nicht mal sein Markenzeichen (»Ich komme wieder!«) über die Lippen kommt, kann etwas nicht stimmen. Sicher, wir haben es hier mit einem älteren, reiferen Schwarzenegger zu tun, doch »The Last Stand« ist einfach zu belanglos, zu billig produziert, als dass man tatsächlich mit dem guten Gefühl aus dem Kino kommt, einen echten Arnie gesehen zu haben. Es fehlt das gewisse Etwas, es fehlt der Arnold-Faktor. Dazu kommt, dass die deutsche Kinofassung einiger harter Momente beraubt wurde, um den Film auf eine FSK 16 zu bringen. Mit etwas gutem Willen kann man das durchaus als »Hommage« an die gute alte Zeit sehen, denn speziell in den 90er-Jahren war es gang und gäbe, harte Actionstreifen zugunsten einer niedrigeren Freigabe teils radikal zu kürzen, doch heutzutage ist das einfach nur ärgerlich. Wenn ein Film schon explodierende Körper und blutige Schusswechsel bietet, dann will man sie als mündiger, zahlender Kinogänger auch sehen. Es ist schließlich auch keiner auf die Idee gekommen, »The Expendables« in einer kastrierten FSK-16-Version zu zeigen - und das war wohlgemerkt sogar der gleiche Verleih!

Kommentare:

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