Montag, April 17, 2006

Review: Nemesis 4 - Engel des Todes

So, zurück aus dem Urlaub geht's gleich an die nächste Schrottbesprechung. Und diesmal wird's wirklich hart!

Sicher kennen die meisten Albert Pyuns Actionkracher "Cyborg" mit Jean-Claude Van Damme. Was die meisten aber sicher nicht wissen, ist, dass der gewiefte Mr. Pyun Nachdrehs, die ihm vom Studio Cannon damals aufgebrummt wurden, dazu nutzte, einen eigenen kleinen Film zu drehen. Weder die Produzenten noch die Darsteller wussten davon, dass quasi hinter ihrem Rücken mit den Mitteln des Studios ein weiterer Film gedreht wurde. Das in wenigen Tagen heruntergekurbelte Werk wurde dann auch passend "Deceit" (Betrug) betitelt. In Deutschland trägt der unglaublich schlechte Film den kreativen Titel "Das Alien vom Highway". Wenigstens war Albert so anständig, Van Damme im Abspann für die unfreiwillige Hilfe zu danken.
Warum ich das erzähle? Ganz einfach: Einige Jahre später wurde Pyun erneut zu Nachdrehs genötigt. Diesmal für den Film "Adrenaline - Fear the Rush" (dt. Titel: "Ultimate Chase") mit Christopher Lambert und Natasha Henstridge. Die vier Tage nutzte er dazu, nebenbei "Nemesis 4" zu drehen! Und genau wie bei "Deceit" ist kein besonders gelungenes Werk dabei herausgekommen, das mit dem Teaser am Ende von "Nemesis 3" nichts mehr zu tun hat.

Sue Price in ihrer vollen Pracht. Ist sie nicht sexy? ... Nö!

Die "Story" dreht sich um die Cyborg-Profikillerin Alex, wiederum dargestellt von Mann-Weib Sue Price: Im Jahr 2080 erledigt Alex bei einem Auftrag aus Versehen den Falschen und wird von da an von ihren Auftraggebern gejagt. Wobei ... eine echte Jagd ist es eigentlich nicht, denn Alex setzt sich splitternackt in einen rumänischen Hinterhof und wartet darauf, dass ihre Häscher nach und nach vorbeischauen, um sie dann zu erledigen. Liest sich nicht sehr spannend. Ist auch nicht sehr spannend. Einzig abgefahrene Ideen wie eine Cyborg-Sexszene (Geschlechtsverkehr durch den Bauchnabel!! You have to see it to believe it!)verhindern ab und an das friedliche Einschlummern des Zuschauers. Das philosophische Gewäsch, das Mr. Pyun in seinen Filmen gerne einsetzt, wird hier bis zum Erbrechen benutzt. Action gibt es bis auf billige Laser-Ballereien und eine armselige Explosion keine. Kein Wunder, schließlich stand dem "Film" ja kein eigenes Budget zur Verfügung und das "Drehbuch" wurde wohl innerhalb von Minuten verfasst. Man wollte ja die wenigen Tage der Nachdrehs zu "Adrenaline" möglichst umfassend nutzen und durfte keine Zeit mit einem ausgefeilten Skript vergeuden. Gegen Ende schaut dann sogar noch Andrew Divoff ("Wishmaster") vorbei. Wobei ich mir nicht vorstellen kann, dass man den guten Mann extra für seinen Mini-Auftritt nach Osteuropa geholt hat. Das wäre am nicht vorhandenen Budget gescheitert. Mein Tipp ist, dass Andrew unserem Albert noch einen Gefallen schuldig war und man deshalb schnell bei ihm zu Hause noch ein paar äußerst bescheuerte Szenen drehte. Warum das Endresultat "Nemesis 4" heißt, bleibt ein Rätsel. Der "Film" ist komplett eigenständig und hat mit der Cyborg-Reihe nichts zu tun. Vielleicht wollte Albert einfach einen abschließenden vierten Film in die Videotheken stellen, da ihm für den eigentlich geplanten Abschluss seiner Saga kein Geld zur Verfügung stand.

Fazit: Zur Hölle mit diesem Schund! Trotz abgefahrener Ideen gehört "Nemesis 4" zu den schlechtesten "Filmen", die ich je gesehen habe. Trotzdem aber unterhaltsamer als "Deceit", den ich vielleicht auch noch irgendwann besprechen werde.

Wertung: 0 von 5

Kommentare:

  1. Arthur Spooner1:32 vorm.

    Das hört sich echt hart an vorallem die alte NACHT (würg)um den Film mach ich weiten Bogen. Hoffe wenigstens hast guten Urlaub gehabt und der würde deshalb zerstört. Der Text war sehr lustig!

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  2. so entstehen also filme, sehr geil :D

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