Dienstag, März 04, 2008

Terminator: The Sarah Connor Chronicles

Ich weiß, dass man sich in einer Grauzone bewegt, wenn man US-Serien aus dem Netz herunterlädt. Darüber will ich jetzt auch gar nicht diskutieren. Als "Terminator"-Fan musste ich die neue TV-Serie um Sarah (Lena Headey, "300") und John Connor (Thomas Dekker, "Heroes") einfach sehen. Hierzulande wird die Show wahrscheinlich erst 2009 bei ProSiebenSat.1 (schreibt man das so?) anlaufen.

Die Produzenten hatten im Vorfeld versprochen, dass die Serie eine durchgehende Handlung haben und nicht jede Woche vom Kampf gegen einen neuen Terminator berichten werde. Das habe ich zuerst mit einer gewissen Skepsis aufgenommen, je mehr man darüber nachdenkt, desto logischer wird es aber. Schließlich wird hier die Geschichte einer Mutter und ihres Sohn weitererzählt, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Zukunft zu ändern. In jeder Woche einen neuen Killer durch die Zeit zu schicken, wäre ziemlich ermüdend. Und so begnügt sich die Serie mit (bisher) vier Cyborgs, die zu Beginn der Staffel bereits einige Zeit in der Gegenwart verbracht haben. Einer davon kämpft auf der Seite der Menschen. "Eine", um genau zu sein: Die von Summer Glau ("Firefly") gespielte Terminatrix trägt den Namen Cameron (!) und versucht sich neben einigen Prügeleien mit anderen Robotern auch gerne mal an der typischen TV-Darstellung eines künstlichen Wesens, das mit dem Verständnis menschlicher Gefühle überfordert ist. Allerdings driftet das Gott sei Dank niemals in klischeehafte "Star Trek"-Momente ab. Die übrigen Terminator zeigen sich bis auf ein fortschrittliches Undercover-Modell gewohnt kalt und gefühlsarm.

So idiotisch die Idee einer "Terminator"-Serie anfangs auch anmuten mag, es funktioniert! Durch einen erzählerischen Kniff knüpft man an den zweiten Film an, ignoriert jedoch den dritten Teil, der nach der Serien-Continuity nie stattfinden wird: Im Jahr 1999 rettet Cameron John und Sarah vor einem bösen Terminator und flieht mit ihnen in die Zukunft, genauer gesagt ins Jahr 2007. Der kleine Trupp versucht nun zu verhindern, dass der Supercomputer Skynet gebaut wird und der Judgment Day stattfindet. Kurze Zeit nach ihrer Ankunft bekommen sie weitere Hilfe in Gestalt von Johns "Onkel" Derek Reese, dem Bruder des aus dem ersten Teil bekannten Kyle Reese, den der zukünftige John durch die Zeit zurückschickte.

Die Serie beginnt recht behäbig, steigert sich jedoch von Folge zu Folge. Dummerweise hat die erste Staffel wegen des Streiks der US-Drehbuchautoren nur 9 Folgen, sodass man recht verdutzt da steht, wenn in den letzten Folgen richtig aufgedreht wird und dann schon wieder Schluss ist. Ich hoffe inständig, dass US-Sender Fox trotz sinkender Einschaltquoten eine weitere Season ordert. Die Geschichte, die sich durch die ganze Staffel zieht, wird trotz eines behelfsmäßigen Abschlusses nicht zufriedenstellend aufgelöst. Da muss einfach noch was kommen!

Darstellerisch darf man nicht zu viel erwarten: Für Serienverhältnisse sind die Leistungen durchaus in Ordnung, man darf allerdings nicht den Fehler machen, Lena Headey mit Linda Hamilton zu vergleichen! Headey kommt viel sanftmütiger und zerbrechlicher rüber als die muskulöse Kampfmaschine aus "Terminator 2". Das soll nicht heißen, dass sie nicht ordentlich austeilen kann, sie IST Sarah Connor, aber eben doch anders als man es gewohnt ist. Nach den ersten Folgen hatte ich mich jedenfalls damit abgefunden und sie akzeptiert. Thomas Dekker macht als John Connor eine gute Figur, wie ich finde. Vor allem, da die Rolle mit ihm besser besetzt ist als mit Nick Stahl aus Teil 3. Dekker kommt darstellerisch und vom Aussehen her näher an den John aus James Camerons zweitem Teil heran, ohne Edward Furlongs Nerv-Faktor zu übernehmen. Da kann man schon mit leben. Über Summer Glau als Killer-Cyborg hatte ich mich schon weiter oben ausgelassen. Gerade weil sie so zierlich ist, hauen ihre Prügeleien und Tür-eintret-Aktionen richtig rein. Das erinnert an das ursprüngliche Konzept des Terminators, der eigentlich mit dem unscheinbaren Lance Henriksen besetzt werden sollte, bevor Arnold Schwarzenegger die Heldenrolle ablehnte und lieber die Kampfmaschine geben wollte.

Die Serie hat einige wirklich gute Momente, reicht aber natürlich schon aus Budget-Gründen nicht an die Kino-Trilogie heran. Trotzdem ist die Geschichte spannend genug, um alte "Terminator"-Fans bei der Stange zu halten. Wer den dritten Teil scheisse fand, bekommt hier die Gelegenheit, ihn für immer aus dem Serien-Canon zu streichen. Alternativ bietet sich die Show allerdings ebenfalls an, zum Hassobjekt zu werden. Man kann das bereits in diversen Internet-Foren beobachten, wo sich Fans und Gegner bereits heiße Diskussionen liefern. Meine Meinung: Das Beste, was derzeit auf dem amerikanischen Serienmarkt zu finden ist (wobei ich aber zugeben muss, dass ich nicht besonders viele Serien sehe). "Prison Break" wurde in der dritten Staffel ja leider endgültig zum konfusen Schwachsinn, "Heroes" hat mich in der zweiten Season eher gelangweilt als spannend unterhalten, und zu "Lost" habe ich nie einen richtigen Zugang gefunden. Bitte, bitte, bitte, Fox: VERLÄNGERT DIE SERIE!

Kommentare:

  1. Lance Henriksen als Terminator und Schwarzenegger als Kyle? Das hätte sogar funktionieren können.

    Was aktuelle US-Serien angeht, kann ich übrigens Reaper (wenn die ersten Monster-of-the-Week-Folgen abgeklappert sind, wird es ganz brauchbar, und Ray Wise ist herrlich fies) und Dexter (sehr clever gemachte Serienkillerserie in den Ecken Miamis, die zu dreckig für CSI ist) empfehlen. Zwischendurch kann man sich auch mal Chuck geben. Ist zwar haarsträubend unglaubwürdig, macht aber Spaß.

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  2. Die Serie ist ganz okay, allerdings doch nicht wirklich "das Beste, was derzeit auf dem amerikanischen Serienmarkt zu finden ist", oder? Mit einer qualitativ wirklich hochwertigen (und fantastisch gespielten!) Serie wie "Boston Legal" (das ist keine Genre-Serie, ich weiß) kann SCC doch keinesfalls mithalten.

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  3. Moin Moin ,

    die Serie ist okay wenn man sein Gehirn abstellt und einfach 60 Minuten 80 Jahre Action haben möchte.

    ABer das beste im letzten Jahr im US Fernseh Markt ist ein deutig Dexter.

    Da Pirson Break nur noch ein Schatten der Start Seasson ist. Bei Lost bin ich in bei der ersten Folge eingeschalfen :D.

    Aber ne zweit Staffel wäre nett von Sarah.

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  4. Jutsch804:56 nachm.

    SCC ist eine ganz gute Serie, hab bisher bis Folge 6 gesehen. Aber was ihr alle gegen Prison Break habt, ich fand die 3 Staffel trotz appruptem Ende klasse. Und es gibt viele andere Serien die weit besser als SCC sind: Da währen 24, Prison Break, Dexter, Shark, CSI Miami, Weeds Criminal Minds und antürlich House.

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  5. Jutsch8012:45 nachm.

    Hab mir heute das Staffelfinale angesehen und bin schwer enttäuscht. Es gibt weder ein brauchbares Ende oder gar eine Auflösung von Fragen noch einen guten Cliffhanger für die nächste Staffel. Schade

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  7. Ich bin durch deinen Blog auf die Serie aufmerksam geworden und habe sie jetzt auch gesehen. Ebenso wie du war ich anfangs skeptisch, allerdings funktioniert die Serie tatsächlich.

    Für mich ist die Serie die wahre Fortsetzung des Themas nach Teil 2. Okay ich fand Teil 3 als Actionfilm eigentlich sehr gut, aber für einen Terminator fehlte die bedrückende düstere Grundstimmung, die fast schon Hoffnungslosigkeit.

    Ich hoffe die Serie schafft es auch zu uns, ein Kauf auf Bluray wäre für mich fix. Und natürlich hoffe ich noch mehr, dass die Serie fortgesetzt wird. Wie viele gute Serien hat Fox jetzt schon abgewürgt? :(

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  8. Ich hab bisher einiges zu der Serie gehört, gutes wie schlechtes, so dass mein Interesse erst recht geweckt ist.

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