Donnerstag, Juli 24, 2008

Akte X - Jenseits der Wahrheit

Neun Serien-Staffeln und ein Kinofilm. Viele Jahre ist es nun schon her, dass die letzte Folge der "X-Files" über den Bildschirm flimmerte. Immer wieder beteuerten Serien-Schöpfer Chris Carter und David Duchovny, dass ein neuer Kinofilm kommen würde und ein geniales Drehbuch bereits fertig wäre. Doch daraus wurde nichts. Produktionsfirma Twentieth Century Fox befand sich nämlich in einem Rechtsstreit mit Carter. Und so schien es, dass die ständig wieder auftauchenden Gerüchte um einen zweiten Film nur Strohfeuer waren. Dazu da, die Darsteller wieder ins Gerede zu bringen und den brach liegenden Karrieren vielleicht wieder einen Schub zu geben.
Und dann ging irgendwie alles verflucht schnell: Die Streitigkeiten waren vorbei, die Produktion des Films lief an. Fotos und Trailer tauchten auf, und dann war es auch schon soweit: Ich saß im Kino und wartete darauf, dass das Licht ausging. Das war vor knapp drei Stunden. Ich muss zugeben: Große Erwartungen hatte ich nach dem mäßigen Trailer nicht, doch ich wollte daran glauben, dass Chris Carters so lange gehütetes Drehbuch den Abend vielleicht doch zu einem Erlebnis machen konnte. Schließlich hatte ich die Serie damals beinahe bis zum Ende verfolgt, und mir die beiden letzten Staffeln dann doch noch auf DVD reingezogen ... bis zum bitteren, weil sehr enttäuschenden Ende, das eigentlich keins war. Würde der Film direkt daran anschließen?

Tja, was soll ich sagen ... bis auf die Tatsache, dass Mulder und Scully mittlerweile nicht mehr beim FBI sind, wird alles ignoriert. Die beiden werden nicht mehr gesucht, das mysteriöse Baby ist weg. Immerhin nennen sich die beiden trotz duzens und gemeinsamen Heims immer noch beim Nachnamen. Man sollte meinen, dass Dana und Fox für ein Paar intimer wäre. Nun gut. Jedenfalls braucht das FBI Mulders Hilfe, um eine entführte Agentin zu finden. Der willigt nach kurzem Zögern natürlich ein (sonst gäb's keinen Film) und bearbeitet den Fall. Dabei trifft er auf einen seherisch begabten, pädophilen Priester, der scheinbar Verbindungen zu den Tätern aufbauen kann. Und ... naja ... das ist die ganze Story. Würde ich mehr verraten, müsste ich böse spoilern und damit die wenige Spannung, die der Film hat, komplett versauen.

Irgendwie bezweifle ich, dass das Script zu "Jenseits der Wahrheit" das supertolle Drehbuch sein soll, von dem immer wieder geschwärmt wurde. Das ganze Security-Tamtam während der Dreharbeiten (rote Scriptseiten als Kopierschutz usw.) wird geradezu ins Lächerliche gezogen, wenn man sieht, was dabei herausgekommen ist. Sicher, Duchovny und Anderson gehen immer noch in ihren Rollen auf. Ganz so, als hätte die Serie nie ein Ende genommen. Doch genau da liegt der Hund begraben: Der zweite Kinofilm wirkt, als wäre er eine in die Länge gezogene Serienfolge! Und dabei nicht mal eine der guten Folgen, sondern bestenfalls Mittelmaß. Übrigens: Wer nicht gleich aufspringt, sobald der Abspann läuft, erfährt, wohin es Mulder und Scully nach diesem enttäuschenden Abenteuer verschlagen hat. Eine der wenigen guten Szenen des Films.
Ärgerlich auch Duchovnys neue Stimme. Da sein Stammsprecher zu viel Gage forderte, wurde er kurzerhand ausgetauscht. Das Ergebnis ist ein bisschen wie die deutsche Fassung von "Die Hard with a Vengeance": So richtig fehl am Platze wirkt die Stimme nur in den ersten Minuten. Man gewöhnt sich langsam an den Klang, doch komplett annehmen will man ihn einfach nicht.

Fazit: Sehr spannungsarmer Film, der genauso gut oder schlecht auch mit anderen Figuren funktioniert hätte.
Wertung: 2 von 5

Kommentare:

  1. Also mir fällt die Synchro bei "Stirb langsam III" immer wieder auf's neue negativ auf. Ich gebe auch offen zu dass ich mir den neuen "Akte X"-Film im Kino lieber spare, da ich einfach keine große Lust darauf habe Mulder mit neuer Stimme ertragen zu müssen. Da reicht mir der Film später auf DVD..

    AntwortenLöschen
  2. Iss eh gefloppt,wird wohl keinen Teil mehr geben

    AntwortenLöschen