Dienstag, Mai 30, 2006

Review: House of the Dead 2 - Dead Aim


Ja, genau: Es gibt eine Fortsetzung zu Uwe Bolls Mega-Trash "House of the Dead"! Bisher aber leider nur als US-Import. Die gute Nachricht: Unser Uwe hat nichts damit zu tun. Die schlechte Nachricht: Auch im zweiten Anlauf ist kein guter Film dabei herausgekommen. Dass das Resultat dabei dennoch besser ist, als das unsägliche Bollwerk, ist allerdings kein Wunder, denn auch wenn ein zugekokstes Wiesel Regie geführt hätte, wäre ein besserer Film dabei herausgekommen. Coolness-Punkte gibt es für den Audiokommentar, der mit den Worten "Keine Angst, wir haben keine Spielszenen reingeschnitten" beginnt. Auch sonst haben die Macher nicht mit Humor gespart, und blenden nach der ersten Zombie-Attacke und den Credits die Untertitel "29 Days later" ein. Ein, wie ich finde, durchaus gelungener Gag (wir erinnern uns: da war doch so ein britischer Film mit dem Titel "28 Days later").

Die "Story" führt den Drehbuch-Wahnsinn des ersten Teils fort: Rudy Curien, der einzige Überlebende des Insel-Gemetzels, schafft es, seine tote Freundin wiederzubeleben. Zum Dank tötet sie ihn. Rudys Vater (Sid Haig aus "The Devil's Rejects" in einem Mini-Auftritt) ist Universitätsprofessor und versucht, mit Hilfe des Genmaterials der blonden Untoten seinen Sohn ins Leben zurückzuholen. Doch die Experimente gehen natürlich schief und ein unfreiwilliges Versuchsobjekt (natürlich weiblich, jung und gut gebaut) verwandelt ihn ebenfalls in einen Zombie. Innerhalb besagter 29 Tage wird die Uni von Zombies überrannt. Nun ist es an der Zeit, die Eingreiftruppe AMS ins Spiel zu bringen: Die angebliche Spezialeinheit stellt sich beim Säubern des Campus aber denkbar trottelig an und wird innerhalb kürzester Zeit dezimiert. Die verbleibenden Helden müssen nicht nur um ihr Überleben kämpfen, sondern auch den ursprünglichen Zombie finden, um aus seinem Blut ein Heilmittel zu gewinnen. Zu allem Überfluss ist die Zeit begrenzt, denn das Militär hat bereits eine Rakete losgeschickt, um den Campus einzuebnen.

"House of the Dead 2" erlebte seine Premiere wie so viele andere aktuelle B-Movies auch im US-Kabelfernsehen. Dennoch gibt es einige nette Splattereffekte und unappetitliche Szenen, die den Zuschauer dankbarerweise vor dem Einschlafen bewahren. Ich frage mich, welche Drogen Drehbuchautor Mark Altman genommen hat, als er das Script verfasste. Meine absolute Lieblingsszene ist nämlich an Hirnrissigkeit nicht mehr zu überbieten: Die superstarke Spezialeinheit flieht vor den Zombies in einen Raum, der sich als Sackgasse entpuppt. Nur ein kleiner Lüftungsschacht führt nach draußen. Das Gitter vor diesem Schacht stellt sich allerdings als riesiges Problem dar: Wie soll man als super-elitär ausgebildeter Regierungsagent ein offensichtlich aus Plastik gefertigtes Gitter entfernen? Mit der Schrotflinte wegpusten? Nein, wäre zu einfach! Es einfach aus der Wand reißen? Zu unspektakulär! Was machen unsere Helden? Einer reibt sich mit Zombie-Blut ein, um nicht gerochen zu werden, und schleicht sich durch die Zombiemassen, um das Gitter von der anderen Seite aufzudrücken! *patsch* Unwillkürlich landet die Handfläche auf meiner Stirn.

Für eines war der Film aber gut: Ich weiß jetzt endgültig, dass die angekündigte TV-Serie zu "Blade" nur Murks werden kann. Hauptdarsteller Sticky Fingaz (Argh, alleine beim Namen bekomme ich Krämpfe!) spielt nämlich auch in "House of the Dead 2" mit und beweist eindrucksvoll, dass er nicht die Spur von Talent besitzt. Gott sei Dank gibt er bereits nach relativ kurzer Laufzeit den Löffel ab und erspart uns sein pseudocooles Herumgehampel für den Rest des Films. Ernsthaft: Wie kann man so ein halbes Hemd als Blade casten? Ich geb ja zu, dass ich von den "Blade"-Filmen eigentlich nur den zweiten Teil mochte, aber eine Figur, die sich weltweit großer Beliebtheit erfreut, durch ein solch fragwürdiges Casting in den Dreck zu ziehen, hätte nicht sein müssen. Der Kerl kommt nicht einmal in die Nähe von "Mr. Cool" Wesley Snipes!
Das isser: Sticky Fingaz! (zugegeben: er macht auf dem Bild einen soliden Eindruck)

Fazit: Besser als der erste Teil, aber trotzdem Müll. Kann man sich durchaus einmal anschauen... danach verspürt man aber garantiert nie wieder den Reiz, das Teil in den DVD-Player zu legen!

Wertung: 1,5 von 5

Kommentare:

  1. Hört sich ja nach einem Riesenspaß an! Werde gleich mal die örtliche Videothek prüfen. Teil 1 war optimal um sich nebenher zu betrinken ;)

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  2. Sorry, muss dich leider ausbremsen. Den gibt's bisher nur als US-DVD. Hab ich vergessen, zu erwähnen. :(

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  3. Jap. Das hat der Typ in der Videothek auch gesagt. Und dann wollte der mir einfach nicht glauben, dass die Videotheken in München den schon führen.

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