Samstag, August 04, 2007

Besser spät als nie: Transformers

Wow, ich hätte nicht gedacht, dass das Stück, das ich in L.A. verpennt habe, solche Auswirkungen auf das Gesamtwerk haben könnte. Wie bereits geschrieben fehlte mir ein von der Länge her nicht zu verachtendes Stück aus dem Mittelteil. Aus dem US-Kino hatte ich einen relativ flotten Actionkracher in Erinnerung, der zwar stellenweise mit müden Gags aufwartet (etwa das Telefongespräch bei der Belagerung durch Scorponok), aber alles in allem richtig schön unterhält. Ich schreibe jetzt keine richtige Review (davon gibt's ja mittlerweile genug im Netz), sondern versuche einfach mal, meine Eindrücke nach dem zweiten Mal Ansehen in Worte zu fassen.

Tja ... wie gesagt ... es ist unglaublich, wieviel die fehlenden Minuten meiner Meinung nach ausmachen. Und den Film letztlich gewaltig runterziehen. Wie sich herausstellte, habe ich komplett verschlafen, wie Michael Bay die Transformers für miese Comedy-Einlagen in Sams Garten verstecken spielen lässt. Und wie ein trottelig-penetranter Geheimdienstler für allerlei "heitere" Späße bei der Verhaftung von Sams Familie sorgt. Und wie Bumblebee ihn schließlich vollpinkelt. Haha. Ich krieg mich nicht ein vor Lachen! Das ist ja alles so super-lustig, passt hervorragend zum Rest des Films und wirkt zu keiner Zeit aufgesetzt. Argh! Wenn Michael Bay als Regisseur etwas beherrscht, dann bombastische Krachbumm-Action. Wenn er etwas nicht beherrscht, dann sind das komische, in Slapstick ausufernde Elemente. Hat er wunderbar bei "Bad Boys 2" vorgeführt: Action top, Komik flopp! Es kann ja sein, dass "Transformers" für das Kinder-Publikum ein entschärfendes Element gegenüber der teilweise doch recht happigen Action brauchte. Warum dann aber gleich mit dem Holzhammer kommen und Szenen einbauen, die absolut nicht zum Rest des Films passen?
Was mir ebenfalls negativ aufgefallen ist, sind die erschreckend blassen Decepticons. Bumblebee, Optimus Prime und der Rest der Autobots werden wenigstens kurz vorgestellt und haben eine gewisse Screentime, während Megatron und der Rest der bösen Decepticons einfach nur da sind, wenn sie für Rabatz gebraucht werden. Das ist vor allem in Anbetracht der wunderbaren Cartoon-Vorlage schade. In der Serie aus den 80ern waren zwar die Stories größtenteils für den Allerwertesten, aber die Roboter hatten etwas, was ihren computergenerierten Kino-Pendants fehlt: Charakter. Das ist etwas, was ich wahrscheinlich nie verstehen werde: Wenn ich schon einen Film mache, der auf einer Spielzeugreihe basiert, in der es um verwandelbare, schwer bewaffnete Roboter geht, warum muss ich dann einen Menschen und seine Liebesprobleme in den Mittelpunkt rücken? Als Kinogänger, der Eintritt bezahlt, erwarte ich doch genau ersteres: schwer bewaffnete Roboter, die sich die Schaltkreise aus den Stahlhelmen prügeln. Da scheiss ich was auf den blöden Teenie.

Im Prinzip reicht es bei "Transformers" vollkommen, sich den Anfang in der Wüste, die Ankunft der Autobots und das episch ausgewalzte Finale anzusehen. Alles dazwischen kann man getrost in den Müll werfen. Ach ja: Der mit den Worten "One shall stand and one shall fall" eingeleitete Zweikampf zwischen Optimus und Megatron ist ein schlechter Witz. Das hätte man dramatischer und epischer rüberbringen können, Mr. Bay. Genau auf diesen Zweikampf warten echte Transformers-Fans nämlich den ganzen Film über, nur um dann von einem halbherzigen Gerangel enttäuscht zu werden, bei dem der Hauptfokus wieder einmal auf dem langweiligen Teenie liegt. Ach, Scheisse! Der Film hätte so geil sein können!

Fazit: Furiose Action und tolle Effekte. Eine enttäuschende Story und miese Comedy-Einlagen ziehen den Film aber gewaltig runter.

Wertung: (schweren Herzens) 2,5 von 5

Kommentare:

  1. Ja. Richtig. Alles. Ohne Zweifel.
    Ganz exakt meine Gedanken, als ich mir das Ding angeschaut habe. Jetzt schau ich mir nochmal den Trickfilmfilm an, der hat wenigstens TEH UNICRON und Charakter =)

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  2. lüge lüge das setzt ne rüge^^

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  3. Geht mir genau so. Handlung totaler Crap. Aber hey, Explosionen.

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