Dienstag, Mai 01, 2007

Spider-Man 3

Ich liebe die ersten beiden Filme um den Wandkrabbler, habe die Trailer zum dritten Teil verschlungen und mir natürlich ein Ticket für die erste Vorstellung gesichert, nachdem ich die Pressevorführung verpasst hatte. Vor allem die Tatsache, dass Regisseur Sam Raimi im dritten Teil die Story um den außerirdischen Symbionten aufgreift, aus dem schließlich Venom, einer der imposantesten Gegner des Netzkopfes, entsteht, hat mich richtig kribbelig gemacht. Also ab ins Münchener Mathäser-Kino, schnell noch Popcorn (natürlich gesalzen!) und nen Liter Sprite gekauft, und ab in den Kinosaal.

Die Story von "Spider-Man 3" dreht sich wie bereits erwähnt um einen außerirdischen Symbionten, der mit einem Meteoriten auf die Erde kommt und sich an Peter Parkers Fersen heftet. Warum? Man weiß es nicht. Später wird zwar klar, dass sich das Ding von Zorn und Aggression angezogen fühlt, doch zu dem Zeitpunkt, an dem die schwarze Masse sich für Peter als Wirt entscheidet, ist noch alles in Ordnung mit unserem netten Wandkrabbler aus der Nachbarschaft. Sicher, es gibt ein Scharmützel mit Harry Osborn, der sich einen Gleiter gebaut hat und dem vermeintlichen Mörder seines Vaters als Kobold 2 nachstellt, doch erst als Peter erfährt, dass Flint Marko, der wahre Mörder seines Onkels, noch auf freiem Fuß ist, beginnt sich seine Verfassung zu ändern. Das ist der Zeitpunkt, an dem der Symbiont sich mit Peter verbindet - und zu einem schwarzen Kleidungsstück wird, dass er in einer Truhe wegschließen kann! Doch Peter wird von der Macht, die das schwarze Kostüm verleiht, verführt. Er streift sich das Ding über und macht sich auf die Jagd nach Flint Marko. Der ist zwischezeitlich in ein Fusionsexperiment hineingestolpert und zum Sandman geworden, einem Wesen, das ganz aus Sand besteht. Nach einem erbitterten Kampf scheint Marko besiegt, doch Peter legt das Symbiontenkostüm nicht weg, sondern behält es an - und verwandelt sich in einen arroganten Wichser. Schließlich merkt er aber doch noch, dass ihn der Symbiont zum Gegenteil dessen macht, was er eigentlich ist. In einem Kirchturm reisst er sich das Kostüm vom Leib. Ein zufälliger Beobachter, der Fotograph Eddie Brock, wird zum neuen Wirt. Seine Wut auf Parker, der ihn kurz vorher gedemütigt und um seinen Job beim Daily Bugle gebracht hat, lässt ihn zum monströsen Venom werden. Zusammen mit dem Sandman will er Spider-Man ein für alle Mal erledigen.

Wow, da hat Raimi doch tatsächlich Stoff für zwei bis drei Filme auf 140 Minuten zusammengequetscht. Vor allem fällt das an der eigentlich recht sinnlosen, dafür aber sehr gut charakterisierten Figur des Sandman auf. Der Bursche hätte einen kompletten Film als Bösewicht tragen können. Und leider muss ich sagen, dass "Spider-Man 3" meiner Meinung nach der schwächste der drei Filme ist. Es wird einfach zu viel Zeit damit verschwendet, Peter Parkers verkorkstes Liebesleben und seine Verwandlung in einen arroganten Schnösel zu dokumentieren. Im Comic zwang ihn das Kostüm zu Dingen, die er eigentlich nicht tun wollte. Im Film macht es ihn zu einem "Widerling", dessen schlimmste Tat eine Tanzeinlage mit Mary-Jane ist. Ja, genau! Eine Tanzeinlage. Okay... wenn mich eine Alien dazu bringen würde, zu tanzen, würde ich es vermutlich auch schnell loswerden wollen. Aber das täuscht nicht darüber hinweg, dass Raimi die Vorlage im Film komplett fehlinterpretiert hat. Peters private Probleme waren in den beiden Vorgängern etwas, was die Filme mit Leben füllte. Im dritten Teil ist das alles jedoch nur noch ärgerlich, da man sich ein ums andere Mal verhaspelt oder Figuren einführt, die einfach nur sinnlos sind (Gwen Stacy). Was mir aber besonders übel aufstößt, ist der Film-Venom. Er taucht kurz vor Schluss auf und wird völlig verheizt. Abgesehen davon hat man es nicht einmal geschafft, die Figur einigermaßen vorlagengetreu auf die Leinwand zu bringen. Der Comic-Venom würde mit seinem schwächlichen Alter Ego den Boden aufwischen! Venom hätte einen wunderbaren Hauptgegner für einen kompletten Film abgegeben (wie schon gesagt: Man hat hier Material für zwei bis drei Filme verwurstet). Was mich zu weiteren Kritikpunkten bringt.
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SPOILER
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Warum müssen Gegner in Comicverfilmungen immer sterben? Venom wird nach einem etwa 15-minütigen Einsatz zu einem Häufchen Asche verbrannt, Doc Ock ist im zweiten Teil ersoffen.
Auch wenn Sam Raimi die Figur des Venom nicht leiden kann, wie er in Interviews zugegeben hat, warum gibt er den unzähligen Fans nicht das, was sie wollen?
Warum wird MJ rechtzeitig zum Finale schon wieder entführt? Keine neuen Ideen mehr? Ach so, man war wohl zu sehr damit beschäftigt, Venom zu versauen. Alles klar, verstehe ich.
Warum stehen Passanten am Rand des abgesperrten Schlachtfeldes und beklatschen Spidey?
Was sollen die peinlichen Kommentare der Nachrichtensprecher während des Kampfes?
Warum vergibt Peter dem Sandmann und lässt ihn laufen? Er hätte ihn zumindest kampfunfähig machen und der Polizei übergeben können.
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SPOILER ENDE
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Ich bin verdammt enttäuscht von "Spider-Man 3" und will mich hier gar nicht weiter über dieses langweilige, mies geschriebene Stück Zelluloidverschwendung auslassen. Sicher, der Film hat seine Momente (z.B. die Entstehung des Sandman). Aber mieses Drehbuch und vertane Möglichkeiten ziehen ihn verdammt tief runter. Ich rede hier zwar nicht von "Batman & Robin"-schlecht, aber qualitativ ist "Spider-Man 3" ganz dicht an "Batman Forever" dran. Um mal im Comic-Genre zu bleiben.

Fazit: Schlechte Fortsetzung zweier hervorragender Filme. Verdammt schade drum.

Wertung: 2 von 5

Kommentare:

  1. So mit hat sich mal wieder ein ehernes Gesetz von Kino Trilogien bewahrheitet. Dritte Teile sind für nen Hintern. Der Pate 3, Scream 3, Matrix 3, Herr der Ringe 3(Mir war der dritte Teil zu weit von der Vorlage weg), Batman Forever wurde ja bereits von dir genannt. Es gibt zwar ausnahmen, diese sind leider in der Minderheit.

    Aber wie schon Batman gezeigt hat, können wir alle uns freuen auf "Spiderman Beginns" eine düstere Neuinterprtation des Spinnenmanns, in der wir uns mit seiner dunklen düsteren Seite auseinanderstzen werden.

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  2. Zum Sandmann: Kann man den nciht einfach mit Wasser besiegen? Nass machen und er ist im Arsch? Das hat schon bei Sir Crocodile aus One Piece geklappt, der hatte die selben Fähigkeiten wieder Sandmann!

    Zu Venom: Saucool, wieso handeln die den so schnell ab? Unfair!

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  3. Wollte ihn mir noch anschauen, bin jetzt zugegebenermaßen sehr im Zweifel, ob ich dafür Geld ausgeben soll.

    Nochn schönes Beispiel für nen Fürchterbaren 3ten Teil: Terminator 3...

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  4. Lasst euch mal besser nicht zu sehr von meiner Meinung beeinflussen. Ich scheine damit nämlich zu einer absoluten Minderheit zu gehören. Wenn man sich in diversen Foren umsieht, bekommt der Film eigentlich fast nur Lob.

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  5. Für mich ein weit verbreitetes Phänomen. Die Menschen wollen Spiderman 3 und wenn er da ist, darf er nicht schlecht sein. Mir selbst schon passiert. War zur Vorpremiere von Star Wars Episode 1 und habe nach dem Film in einem Radiointerview zum besten gegeben, dass der Film Genial war und ich besonders die Story klasse fand. Das war kein versprecher. Das meinte ich wirklich ernst. Mit ein wenig Abstand vom Star Wars Hype konnte ich dann nach vielen therapeutischen Sitzung die Wahrheit akzeptieren, dass Jar Jar nicht so cool wie Chewie, Annie ein schwuler Gnarf und die Handlung nicht vorhanden ist.

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  6. Nein Kai mit der Meihnung stehst du nicht allein dar. Ich kann alles nur unterschreiben was du geschrieben hast wirklich schade darum. Auch witzig ist das der Butler von Harry Osborune nun damit rausrückt das Spider-Man nicht seinen Vater umgebracht hat. Mir ist es auch ganz schwer gefallen den Film zubewerten aber im Orginal dürfte der etwas besser sein. Wenigstens hat Bruce Campbell super auftritt ^^

    Arthur Spooner

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